Die Glasmalerei der Museumsattika des Dobergmuseums in Bünde

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Dobergmuseum Bünde-7

Auftraggeber: Stadt Bünde
Architekten: Katja Flörke + Andreas Krys, Architekten, Bünde
Glasmalerei: Entwurf: Bernd Fischer, Offenbach am Main,
Ausführung der handgemalten Hinterglasmalerei: Eduard Schizle, Glas und Räume,
Paderborn-Neuenbeken und Bernd Fischer
Ausführung, Technische Planung und Montage: Glasmalerei Peters, Paderborn
Fertigstellung: November 2011

Aufgabenstellung:

Die Sammlung des Dobergmuseums – Geologisches Museum Ostwestfalen-Lippe, umfasst vor allem Fossilienfunde aus dem nahen Doberg.
Im Rahmen einer umfassenden Baumaßnahme suchten die Architekten eine der Architektur und der Funktion des Dobergmuseums angemessene Gestaltung einer aufsichtig zu sehenden Attika aus Glas.
Die Attika ist ca. 1,16 m hoch und 125 m lang.Sie umrundet den gesamten Flachbau in einer Höhe zwischen 3,20 m und 4,50 m.

Abwicklung von ca. 50 lfm der Glasmalerei

Künstlerische Lösung:

Bernd Fischer schlug vor, eine mit der Hand gemalte Darstellung „des Herzens“ unserer Galaxie als Hinterglasmalerei über die vier Seiten der Architektur zu führen.
Gleichzeitig hatte Fischer in seinem Entwurf auf der Raumseite des Glases eine mit Sandstrahlung aufgebrachte Lineatur geplant, die den Glanz und die Spiegelung des Glases unterbrechen soll. Die für die Sandstrahlung bestimmten Linien stammen aus einer auf die gesamte Länge der Attika vergrößerten Zeichnung von Nodosaria albatrossi, einem Fossil ähnlich denen der Sammlungsbestände des Dobergmuseums.

Die Darstellung eines kosmischen Ausschnitts erschien Bernd Fischer inhaltlich und ästhetisch für diese Gestaltungsaufgabe sehr geeignet. In dem sichtbar gemachten galaktischen Raum ist ein nahezu unvorstellbar großes Zeitfenster mit eingeschrieben. Es reicht über die Entstehungszeit der Ausstellungsstücke des Dobergmuseums zurück und lässt auch an die Zukunft denken.
Das Fossilien-Motiv stellt einen konkreten Bezug zur Sammlung her und verfestigt gestalterisch die ästhetische Struktur der Glasmalerei.

Mit der Verwendung dieser beiden, extrem verschieden großen Motive bildet Bernd Fischers Entwurf eine präzise Offenheit. Es werden Assoziationen hervorgerufen, die sowohl für Ausstellungen prähistorischer Fundstücke sowie für gegenwärtige und künftige Themen stimmen.
Gleichzeitig ist die Darstellungsvielfalt der mit der Hand gemalten galaktischen Vorkommnisse ein Angebot für die Augen, eine stille Aufforderung zur Betrachtung und zu einem Gang um das Gebäude.

Ausführung:

Eine aufsichtig zu sehende Hinterglasmalerei mit einer partiellen Sandstrahlung auf der Raumseite. Die Gestaltung erstreckt sich über 50 Scheiben.
Die verwendeten, höchst lichtechten und wetterbeständigen keramischen Farben sind bei etwa 630 Grad Brenntemperatur untrennbar mit dem Weißglas verschmolzen worden.
Alle Scheiben sind zu Sicherheitsglas weiterverarbeitet.
Speziell angefertigte Muster wurden vor Ort überprüft und mit den vorhandenen Gegebenheiten abgestimmt.

Milchstraße


Abbildung: Vorlage für die Glasmalerei: das Herz unserer Galaxie, Fotomosaik von IRAS/NASA.

Der Mittelpunkt des Bildes ist zugleich das Zentrum der Milchstraße. Die zwei hellen, waagerechten Rechtecke zeigen den hinter Glas gemalten Ausschnitt. Abgebildet sind über 300 Lichtjahre bzw. über 2,85 Billiarden km.

Nodosaria albatrossi


Abbildung: Nodosaria albatrossi, Länge ca. 2,58 mm

Nodosaria albatrossi und Milchstrassenzentrum
Abbildung: Den ganzen gezeichneten Nodosaria albatrossi über die ganze Glasmalerei des Milchstraßenzentrums gelegt (dunkler Streifen oberhalb der waagerechten Mitte).

 

 

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