Jüdische Gemeinde Bergen-Enkheim

Bernd Fischer Gedenktafel Jüdische Gemeinde
GT Bergen Enkheim-1
GT Bergen Enkheim-2

Gedenktafel zur Erinnerung an die Deportationen der Jüdischen Gemeinde Bergen-Enkheim (1942)
Frankfurt am Main
2009

Aufgabenstellung

An einer Hauswand eines historischen Gebäudes, dem „Alten Rathaus“ von Bergen-Enkheim (Frankfurt am Main) soll eine Gedenktafel angebracht werden. Gedacht wird den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger die während des Dritten Reiches vom Alten Rathaus aus in die Vernichtungslager deportiert wurden.
Text: Vorgegeben durch den Auftraggeber

Gestaltung

Die Gestaltung der Gedenktafel ist so lapidar und so beziehungsvielfältig wie möglich gehalten. Der Entwurf ist auf die Ästhetik des historischen Gebäudes, die dort vorhandene Hinweistafel zur Baugeschichte und das ebenfalls am „Alten Rathaus“ angebrachte Stadtwappen bezogen. „Zwischen den Namen der Ermordeten stehen die Zeilen des Erklärungstextes – oder umgekehrt. Die „Namensbänder“ der Menschen, die den unfassbaren Anweisungen und Handlungen der Täter zu Opfer gefallen sind, ragen über die Erklärungstafel hinaus. (Sie sind nicht mit der Gedenktafel fassbar / erfassbar oder zu beruhigen). Eine Hierarchie, in der Art wie die Texte erscheinen – erhaben und eben – ist ein gestalteter Reflex der Gegebenheiten. – Gegebenheiten zwischen den Namen der Menschen die tatsächliche Opfer dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden und den Worten die dieser Taten „nur“ Gedenken.“ (Bernd Fischer)

Enthüllungsfeier am 18.06.2009 mit Autor und Initiator Helmut Ulshöfer, Stadtrat Prof. Dr. Felix Semmelroth

Helmut Ulshöfer, Prof. Dr. Felix Semmelroth

Enthüllungsfeier am 18.06.2009 mit Rabbiner Andrew Steiman

Rabbiner Andrew Steiman

 

Text

Vorgegeben vom Auftraggeber:

An dieser Stelle, vor dem ehemaligen Rathaus von Bergen-Enkheim, mussten
sich am 30. Mai und 5. September 1942 Mitglieder der Jüdischen Gemeinde von
Bergen-Enkheim zur Deportation einfinden. Sie wurden in den
nationalsozialistischen Konzentrationslagern ermordet.

EHRMANN, Leopold *14.10.1881
EHRMANN, Henny geb. HAHN *22.02.1893
GRÜNEBAUM, Emma geb. WETTERHALM *23.10.1875
GRÜNEBAUM, Bella *13.11.1901
HAHN, Frieda *22.07.1903
HAHN, Jenny *24.03.1905
HAHN, Karoline *24.02.1868
HAHN, Hermann *27.12.1888
HAHN, Emma geb. *ROSENBERG 16.06.1897
HESS, Jettchen geb. STRAUSS *05.09.1881
HESS, Klara *02.09.1883
HESS, Johanna geb. MORGENTHAU
HESS, Paula *16.04.1895
HESS, Nathan *15.12.1878
HIRSCH, Wilhelm *20.11.1890
HIRSCH, Frieda *23.01.1896
HIRSCH, Jettchen geb. KAUFMANN *02.11.1863
HIRSCH, Joachim *10.06.1929
HIRSCH, Johanna *20.04.1887
HIRSCH, Otto *16.05.1901
LEVI, Emil *27.01.1883
LEVI, Sophie geb. LÖB *15.05.1886
SELIGMANN, Meier *14.11.1872
SELIGMANN, Ella geb. BRÜCKHEIMER *09.10.1876
SRAUSS, Emma geb. NUSSBAUM *11.12.1882
WEIL, Minna geb. HESS *25.03.1890
WEIL, Walter Siegfried *21.02.1928
WEIL, Richard *09.11.1930

Ausführung

Auf vier Stahlbändern stehen, erhaben herausgraviert die Namen und Geburtsdaten der 28 Opfer. (je Stahlband ca. 5,3 cm H x 104 cm B x 3,5 cm Tiefe) Diese Stahlbänder ziehen durch eine rote, quadratische Metalltafel. (ca. 40 cm x 40 cm x 2 cm). Auf dieser Tafel steht in weißer Serifenschrift der vorgegebene, die Ereignisse benennende Text.
Gesamtgröße 40 cm H x 104 cm B x 3,5 cm Tiefe

Projektlaufzeit: Februar 2008 – Juni 2009

» Presseinformation der Stadt Frankfurt zur Einweihung (pdf)
» Presseresonanz (pdf)
> Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Go back