Deutscher Arbeitsplatz-Investor-Preis / Kategorie Arbeitsplätze für Schwerbehinderte

AIP Kategorie Schwerbehinderte

Deutscher Arbeitsplatz-Investor-Preis/Kategorie Arbeitsplätze für Schwerbehinderte
Siebdruck auf Aluminium
28 x 129 x 2,8 cm
(Neugestaltung 2010)

Aufgabenstellung

Die Darstellung musste sich von dem bereits bestehenden Arbeitsplatzinvestor-Preis unterscheiden und die spezielle Thematik in der Bildfindung berücksichtigen. Es wurde eine Lösung gewünscht, welche die Zusammengehörigkeit aller Arbeitsplatzinvestor-Preise zeigt.

Künstlerische Lösung

Bernd Fischers Vorschlag bestand in der Verbindung einer Aussage von Gustav Heinemann, Bundespräsident a.D.: „Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht“, mit dem grafisch reizvollen Fingeralphabet, das von gehörlosen Menschen zur Verständigung benutzt wird. Erst der mit lateinischen Buchstaben gesetzte Zertifikattext ermöglicht der Mehrheit – den nicht (gehörlosen) Schwerbehinderten – das Verständnis der Aussage. Der Entwurf der neu gestalteten Bildtafel entsprach mit der konzeptbezogenen Bildfindung, in der Aufteilung, dem Material und der Größe dem bereits bestehenden Arbeitsplatzinvestor-Preis. Somit wurde die Verbindung der Auszeichnungen offensichtlich.

Realisierung

Bernd Fischer erstellte und präsentierte seinen Entwurf aufgrund der Anregung von Dr. Ernst Gloede im Rahmen der Veranstaltung zur erstmaligen Verleihung des Arbeitsplatzinvestor-Preises/Kategorie Schwerbehinderten Arbeitsplätze. In diesem Jahr wurde das Unternehmen Heckler & Koch ausgezeichnet und erhielt anstelle eines Kunstwerks eine Urkunde. Nach Fürsprache des Bundesministers Walter Riester, dem Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda und dem Präsidenten des Wirtschaftsclub Rhein-Main, Dr. Ernst Gloede, beauftragte Heckler & Koch die Realisierung des Werkes.

Neben Heckler & Koch erhielten in den folgenden Jahren alle weiteren Preisträgern eine Original-Bildtafel als Auszeichnung für die meisten, regulär geschaffenen Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen. Das Bundesministerium für Arbeit kaufte jährlich eine Kopie der originalen Auszeichnungen an.

2010 wurde diese Auszeichnung ein weiteres Mal vergeben.
Weitere Informationen: » www.wirtschaftsclub-rhein-main.de

 

Geschichte der Auszeichnung Deutscher Arbeitsplatzinvestor-Preis / Kategorie Arbeitsplätze für Schwerbehinderte

Im Jahr 2000 wurde die Auszeichnung auf Wunsch des damaligen Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung Walter Riester (1998 – 2002) angeregt und vom Wirtschaftsclub Rhein-Main und der Bundesanstalt für Arbeit initiiert. Der politische Hintergrund: Die Bundesregierung hatte ein Gesetz verabschiedet, dass es schwerbehinderten Menschen erleichtern sollte, Arbeit zu finden, bzw. dass es Firmen attraktiver machen sollte, schwerbehinderte Menschen einzustellen. Um diese Initiative bekannter werden zu lassen und um weitere Anreize zur Einstellung schwerbehinderter Menschen zu schaffen, ist diese Auszeichnung ins Leben gerufen worden. Die mit dem Preis ausgezeichneten Unternehmen wurden (ebenso wie bei den anderen Arbeitsplatzinvestor-Preisen) anhand der gemeldeten Einstellungszahlen bei der Bundesanstalt für Arbeit ermittelt. Die Unternehmen, welche innerhalb eines Jahres die meisten Arbeitsplätze für Schwerbehinderte in Deutschland geschaffen haben, wurden mit diesem Preis von der Bundesanstalt/später Bundesagentur für Arbeit und dem Wirtschaftsclub Rhein-Main ausgezeichnet.

» Auszug aus einem Brief des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Hessen, Wolfgang Forell, vom 29.11.2005, an Bernd Fischer (pdf)

Nachfolgend Textauszug von: https://www.dfg-vk.de/thematisches/kleinwaffen-aechten/2009/342
Download am 01.10.2013

„… Im Jahr 2000: Schwerbehindertenpreis für Heckler & Koch

An Absurdität schwerlich überbietbar ist die Tatsache, dass Heckler & Koch im Jahr 2000 den „Deutschen Arbeitsplatzinvestor-Preis“ in der Kategorie „Schwerbehinderte“ zugesprochen bekam. Der Offenbacher Künstler Bernd Fischer verkündet bis heute auf seiner Website www.fischerkuenstler.de: „Dieses Werk sollte als Auszeichnung für die meisten für Menschen mit schweren Behinderungen geschaffenen Arbeitsplätze verliehen werden“. Auf der 32 x 90 x 2,3 cm großen Bildtafel, gestaltet als Siebdruck auf Aluminium, findet sich neben dem Namen des Rüstungsproduzenten und -exporteurs Heckler & Koch GmbH eine Äußerung des ehemaligem Bundespräsidenten, visualisiert in einem für Gehörlose entwickelten Alphabet.
Gäbe es einen Preis für das Unternehmen aus Deutschland, dessen Produkte weltweit die meisten Behinderten oder Kriegskrüppel bewirkt haben – diesen auszurufen wäre eine löbliche Aufgabe der Friedens- und Menschenrechtsbewegung –, so sollte dieser Heckler & Koch und den Lizenznehmern der H&K-Waffen zugesprochen werden. Denn neben der Zahl von mehr als 1,5 Millionen Toten haben der Oberndorfer Waffenexporteur und die Lizenznehmer auch die weitaus höhere, jedoch kaum ermittelbare Anzahl – niemand weiß, ob es sich um zwei oder fünf Millionen Menschen handelt – Behinderte zu verantworten. Ganz offensichtlich haben sich die Bundesanstalt für Arbeit und der Wirtschaftsclub Rhein-Main bei ihrer Preisverleihung um das Schicksal deutscher „Schwerstbehinderter“ gesorgt, nicht aber um das der H&K-Waffenopfer auf den Schlachtfeldern in Afrika, Asien oder Lateinamerika….“

Link: » www.fischerkuenstler.de/ Deutscher Arbeitsplatzinvestor-Preis/Kategorie Schwerbehinderte
(auf diesen Entwicklungsstand der Seite bezieht sich Jürgen Grässlin)
Die Aktualisierung erfolgte am 25.11.2013

Auszug aus einem Brief von Bernd Fischer an Jürgen Grässlin (04.10.2013)

„Sehr geehrter Jürgen Grässlin,
… ich verstehe die Auszeichnung als eine grundsätzlich humane. Als H & K angeboten hat dafür zu sorgen, dass sie und künftige Preisträger eine von mir gestaltete Bildtafel verliehen bekommen sollen, habe ich das Angebot in diesem Sinne verstanden …

… Ein Grund für mich – außerhalb dieser, auf das Thema der Auszeichnung bezogenen Argumente – die Beauftragung von H & K zur Realisierung der Auszeichnung anzunehmen, war, dass wir in einer rechtmäßigen Demokratie und nicht in einem Unrechtsstaat leben. – Und ich hoffe/setze voraus, dass in unserem Land Unrecht als solches behandelt wird bzw. dass man dafür eintritt / eintreten kann, dass Unrecht bestraft wird – Was Sie ja auf überzeugende Art zu tun scheinen …

… Der Preis wurde inzwischen mehrfach verliehen und an derselben Stelle stehen die Namen der jeweiligen ausgezeichneten Firmen. Auf die Konstellation H & K mit dem im Fingeralphabet dargestellten Satz von Heinemann habe ich keinen Einfluss. Meine Gestaltung ist eine von den ausgezeichneten Unternehmen losgelöste allgemeine Darstellung der Auszeichnungs-Thematik …“ (Link:)

AIP Kategorie Schwerbehinderte H&K

» www.dfg-vk.de/thematisches/kleinwaffen-aechten/2009/342
» KenFM im Gespräch mit Jürgen Grässlin (Schwarzbuch Waffenhandel)

 

Arbeitsplatz Investor Preis Zertifikat

Zertifikat

» Pressemitteilung des Wirtschaftsclubs

 

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