Menschen.

Das Buch zum Werk

Punktierungen des BösenBuchreihe: Imago
Verlag: Psychosozial-Verlag
149 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm
ISBN-13: 978-3-8379-2491-6

 

Punktierungen des Bösen

Das vorliegende Buch gibt mit seinen psychoanalytischen, strafrechtlichen, kunstwissenschaftlichen und theologisch-philosophischen Texten Impulse zur Auseinandersetzung mit dem Bösen. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist das Kunstwerk Menschen. von Bernd Fischer. Der Künstler konfrontiert den Betrachter mit 18 Porträts und den Biografien internationaler Täter und Täterinnen aus dem 20. Jahrhundert, die Menschenrechtsverbrechen begangen haben und dafür rechtskräftig verurteilt wurden. Indem es sich nicht auf bestimmte Gesellschaftsformen oder abgeschlossene geschichtliche Phasen beschränkt, sondern global argumentiert, eröffnet dieses Werk neue Sinnfelder für die Betrachtung der Potenziale des Menschen.

Die Beiträge der AutorInnen spitzen das Thema interdisziplinär als »Punktierungen des Bösen« aus ihrer jeweiligen Perspektive zu und regen so zur Reflexion über teils manifeste »Wahrheiten« und Normen an, die mit dem Bösen einhergehen. Es ist ein Beispiel, wie ergebnisreich das Zusammenwirken von Kunst und Wissenschaft – je eigenständig, doch sich verbindend und ergänzend – in Terrain vordringen kann, das Emotionen und sachliches Urteil außerordentlich in Anspruch nimmt.

Mit Beiträgen von Ulrike Kuschel, Vasco Reuss, Werner Schneider-Quindeau, Stefan Soltek und Hans-Jürgen Wirth

» Psychosozial-Verlag

 

Herausgeber

Ulrike Kuschel

Vita siehe Autoren

Anna-Fee Neugebauer

studierte Musikwissenschaft, Germanistik, Anglistik sowie PR. Seit 2003 war sie im Kulturbüro der Stadt Offenbach am Main als Projektleiterin in den Bereichen Kunst, Kinder-/Jugendkultur und Interkultur tätig. Im Mai 2015 wechselte sie als Abteilungsleiterin ins Offenbacher Amt für Kultur- und Sportmanagement.

Karsten H. Petersen

studierte Evangelische Theologie sowie Pädagogik und arbeitete als Pfarrer in verschiedenen kirchlichen und diakonischen Arbeitsfeldern in Frankfurt am Main.

 

Autoren

Ulrike Kuschel

studierte in Bonn und Berlin Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Pädagogik, das Studium beendete sie mit einer Arbeit über Rupprecht Geiger. Sie befasst sich vor allem mit der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und arbeitete als Ausstellungskuratorin in verschiedenen kunst- und kulturhistorischen Projekten (Einzelausstellungen u. a. mit Dorothy Iannone und Timm Ulrichs, Gruppenausstellungen vor allem mit Berliner Künstlern sowie Projekte wie »Künstler forschen nach Auschwitz« oder »Exil«). In Berlin-Kreuzberg leitete sie das Archiv des Kunstamts. Sie baute in Berlin das Roger Loewig Archiv (u. a.Werkverzeichnis) und mit dem Roger Loewig Haus im brandenburgischen Bad Belzig ein Museum für den Künstler auf. Ulrike Kuschel, die über zeitgenössische Kunst und Roger Loewig publiziert hat, lebt in Offenbach am Main und ist als freiberufliche Kunsthistorikerin, Kuratorin und Lektorin tätig.

Vasco Reuss

lebt in Berlin. Er studierte Rechtswissenschaften und Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dort promovierte er bei Klaus Günther über Adornos Negative Dialektik und deren Bedeutung für das Recht. Nach dem Referendariat in Berlin schrieb er im Frankfurter Exzellenzcluster »Über die Herausbildung normativer Ordnungen« die 2012 erschienene Monografie über Zivilcourage als Strafzweck des Völkerstrafrechts. Zurzeit habilitiert er sich in Frankfurt am Main zum Thema der strafrechtlichen Zurechnung. Zudem ist er als Strafverteidiger in Berlin tätig. Zuletzt erschienen 2013 im Jahrbuch des Fritz Bauer Instituts Rückkehr in Feindesland? Fritz Bauer in der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte der Beitrag »Ihr hättet Nein sagen müssen – Fritz Bauers Widerstandsgebot und das moderne Völkerstrafrecht« und 2014 in dem von Christoph Safferling und Stefan Kirsch herausgegebenen Band Völkerstrafrechtspolitik der gemeinsam mit Klaus Günther verfasste Beitrag »Legitimation des Völkerstrafrechts in Deutschland – Völkerstrafrecht als Bürgerstrafrecht«.

Stefan Soltek

Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Jura in Bonn und Köln. Promotion mit einer Arbeit über den romanischen Taufstein in Freckenhorst. Zahlreiche Volontariate in Museen in Köln, London und New York. Kurator der Linel-Sammlung für Buchkunst und Ornamentstich am Museum für Angewandte Kunst Frankfurt am Main. Seit 2002 Leiter des Klingspor-Museums in Offenbach am Main. Juror für die Stiftung Buchkunst, den evangelischen Kirchentag (Plakat) und den Deutschen Designer Club DDC. Publikationen zu Künstlerbuch, Plakatgestaltung und Kunst des 20. Jahrhunderts.

Werner Schneider-Quindeau

Studium der Evangelischen Theologie und Philosophie in Bielefeld/Bethel und Göttingen, 1975–1982 wissenschaftlicher Assistent für Systematische Theologie in Göttingen, 1984–1989 Gemeindepfarrer in Walldorf, 1989–2000 Studienleiter am Theologischen Konvikt Frankfurt am Main, 2000–2007 Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche Frankfurt am Main, seit 2007 Pfarrer für Stadtkirchenarbeit an der Katharinenkirche Frankfurt am Main. Seit 1985 Mitarbeiter bei den »Arnoldshainer Filmgesprächen«; seit 1987 Vorsitzender der Jury der Ev. Filmarbeit, die den »Film des Monats« nominiert; 1999–2003 Filmbeauftragter des Rates der EKD, 1999–2013 Vizepräsident von INTERFILM. Veröffentlichungen zu Themen der Sozialethik und zum Verhältnis von Film, Theologie und Kirche. 1993–1999 Vorsitzender des Förderverein Fritz-Bauer-Institut, Studien- und Dokumentationszentrum zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust.

Hans-Jürgen Wirth

Prof. Dr. habil., Dipl.-Psych., ist Psychologischer Psychotherapeut und Psychoanalytiker in eigener Praxis in Gießen. Von 2004 bis 2009 arbeitete er als Professor für Psychoanalyse an der Universität Bremen, seit 2010 ist er Professor für psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er ist Gründer und Verleger des Psychosozial-Verlages. Wichtigste Buchpublikation: Narzissmus und Macht. Zur Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik (2002).

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